IN KÜRZE:   BEENDIGUNG DER KASSENÄRZTLICHEN TÄTIGKEIT

 

aufgrund der aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklung, die der Gesundheitsminister Spahn zu verantworten hat und deren strafbewährte Auflagen wir verweigern haben wir uns ganz kurzfristig dazu entschliessen müssen, unsere Versorgungslizenz zur kassenärztlichen Behandlung ersatzlos aufzugeben. Die Verzichtserklärung wurde bereits bei der KV rechtswirksam eingereicht. Auch eine Bestätigung des Ablaufs der kassenärztlichen Zulassung ist inzwischen eingegangen. Darin wird auch nochmals betont, dass der Zulassungsverzicht unwiderrufbar bleibt.

 

Die Motivation zu diesem Schritt können Sie in ausführlicher Form hier nachvollziehen.

 

Ab dem 30.9.2019 fehlt uns dann jede weitere Berechtigung zur Versorgung von Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung, inklusive der Ausstellung jeglicher hierzu gehörender Formulare, auch nicht nachträglich.

 

Und wie geht es weiter? Wer braucht seine Krankenakte?

In der Regel alle die überhaupt nicht, die außer den regulären Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen lediglich die alterstypischen banalen Infekte und folgenlose Verletzungen durchgemacht haben, selbst wenn diese sehr häufig waren. Alles Wesentliche ist hier im Untersuchungsheft und Impfausweis dokumentiert.

Alle mit komplexen Grunderkrankungen, komplizierten Operationen oder Krankheitsverläufen sollten diese Dokumentation zur Weitergabe an die zukünftig behandelnden Ärzte oder für Dritte jedoch in Händen haben. In dieser Gruppe gibt es Patienten, die ihre kompletten Unterlagen bereits besitzen, da sie die Fremdberichte bereits selbst immer in Kopie erhalten haben. Wer nicht hierzu gehört, sollte die Herausgabe seiner Akte veranlassen.

 

Bitte beachten Sie: die Zusammenstellung Ihrer Akte ist nach den gesetzlichen Vorgaben immer ein vergütungspflichtiger Aufwand. Die Kosten für Kopien und Datenträger können bis zum 30.9.19 über die vorgelegte Versicherungskarte mt den Krankenkassen abgerechnet werden. Diese Möglichkeit ist ab dem 1.10.19 nicht mehr vorhanden. Ab diesem Zeitpunkt erhalten Sie für die Kosten eine Rechnung/Quittung und können diese bei Ihrer Krankenkasse mit Antrag auf Rückerstattung einreichen. 

 

Wir beginnen inzwischen damit, für Patienten mit extrem komplizierten Verläufen bei schwerwiegenden Grunderkrankungen, die jedes Quartal regelmäßig in Behandlung sind, von uns aus die Krankengeschichten barrierefrei zugänglich zu machen. Der Prozeß, diese komplett so zusammenzustellen, dass sie im Klartext lesbar als auch zusätzlich in fremde Arztsysteme importierbar sind und auf einem Datenträger auszugeben, ist ausserordentlich aufwendig und kann nur in den Mittagspausen (soweit es solche z.Zt. überhaupt gibt) ausserhalb der Systemnutzungszeit ausgeführt werden. Alle Patienten, die nach den o.g. Kriterien ihre Akte benötigen, möchten die Bearbeitung bitte bei uns in Auftrag geben und werden informiert, sobald der Datenträger abholbereit ist. Eine Mitnahme der Akte "on the fly" ist unmöglich.

 

Die Datenträger mit der kompletten Krankengeschichte und den externen Fremdbefunden werden nach Überprüfung der Lesbarkeit ausschließlich den Patienten bzw. deren gesetzlichen Vertretern persönlich gegen Empfangsbestätigung ausgehändigt. Die Zielpersonen haben ab diesem Moment auch die alleinige Datenhoheit und bestimmen ausschließlich selbst,  an wen welche Daten in Zukunft weiter gegeben werden. Diesen obliegt dann auch allein die Sorgfaltspflicht zur Erstellung von Sicherungskopien für den Fall der Datenträgerbeschädigung oder Verlust. Von unserer Praxis werden ab dem Moment der Abgabe des Datenträgers weder weitere neue Daten gespeichert noch irgendwelche bestehenden nach außen abgegeben und zwar weder an anfragende Ärzte noch an jedwede Dritte. Derartige Anfragen sind dann durch die Inhaber des Datenträgers selbst zu bearbeiten.

 

Infos für gesetzlich Versicherte, die die Praxis auf eigenen Wunsch trotzdem nicht verlassen möchten, gibt es im neuen Menüpunkt GKV-Patienten   

 

Update 06.07.19: wir erhalten z.Zt. überregionale zustimmende Unterstützung zu unserer Entscheidung von Kollegen (aus Datenschutzgründen können Original-Mails hier nicht als PDF eingefügt werden):

 

"Guten Tag Herr Kollege Bothe,

ich bin gerade durch das Stöbern in den Leserbriefen der Ärztezeitung auf Ihre Praxis aufmerksam geworden und möchte Sie zu dem Schritt der Abgabe der Kassenzulassung beglückwünschen : Sie haben das wunderbar geschildert, das hat mir aus der Seele gesprochen! Es freut mich, daß ich nicht der Einzige bin der so denkt- ich habe vor 2 Wochen (nach 24 Jahren Kassentätigkeit) ebenfalls meine Kassenzulassung an die KVWL abgegeben und werde ab dem 01.09. in Dortmund rein privatärztlich weiterbehandeln - die Zustände für uns Niedergelassene sind seit Herrn Spahn unerträglich geworden.

Nochmals Anerkennung für die gute Aufbereitung und Texte auf Ihrer Webseite, weiterhin viel Erfolg

und beste Grüsse aus Dortmund

Ihr ...

Facharzt für Innere Medizin"

 

"Guten Tag Herr Bothe,

RESPEKT!!!!!!

schön, dass es Kollegen gibt wie Sie, die mit klaren Worten die Dreistigkeiten der KV und des Gesundheitsministeriums auf den Punkt bringen. Frau  X. hat berichtet......

Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.

Freundliche Grüße aus der Pfalz"

 

Ausserdem wurden mir zum Thema passende Artikel aus einem ärztlichen Nachrichtenportal zugespielt, die für die Allgemeinheit zwar nicht zu öffnen sind, jedoch vom Starttext her einen Einblick geben:

https://www.aend.de/article/197424

https://www.aend.de/article/197629 (was nicht erlaubt ist, wird eben einfach passend gemacht)

 

Überregional im Deutschen Ärzteblatt gibt es einen absolut hervorragenden Leserbrief von Eltern unserer Praxis. Meinen ausserordentlichen Dank an den unbekannten Verfasser für diese subtile gute Aufarbeitung und Belegung der Fakten. Ich habe dies an den Vorstand des MEDI-Verbundes weiter geleitet, da dieser Artikel im Ärzteblatt zwar ganz schön ist, besser aber in der überregionalen Tagespresse erscheinen sollte.  Aus den seit 1 Woche nicht endenden Diskussionen in der Sprechstunde, für die ich mir ausserordentlich viel Zeit nehme, ersehe ich, dass der Öffentlichkeit in keinster Weise auch nur oberflächlich bekannt ist, was man mit uns niedergelassenen Ärzten seit Jahrzehnten treibt. Dabei sind dann immer noch nicht die ganzen anderen Unverschämtheiten und Erpressungen der KV erwähnt, z.B. dass wir ständig die Regresskeule über unserem Kopf schweben haben, wenn wir ja nicht ständig die billigsten Medikamente verordnen oder ich vor wenigen Jahren über die KV mit einer Regressforderung von 45.000 € zur Rückzahlung an die Krankenkassen wegen angeblich zu viel verordneter Krankengymnastik, Ergo- und Logotherapie existenziell bedroht wurde. Um das Mass voll zu machen, kommt so etwas auch immer 1-2 Wochen vor Weihnachten in den Briefkasten. Frohes Fest!

 

Pressemitteilung hier

https://www.lokalmatador.de/epaper/lokalzeitung/schwetzinger-woche/

dort Heft 28 vom 10.07.19 wählen und Seite 6 wählen

 

Ein Video Interview mit dem MEDI-Verbund wurde durchgeführt, die Links sind nun eingetroffen:

https://blog.medi-verbund.de/2019/07/arzt-gibt-kassenzulassung-zurueck/

https://www.facebook.com/MEDIVERBUND/

https://twitter.com/MEDIVERBUND

https://www.youtube.com/channel/UCQ2xWjnsWvgG7G6c6F6D1Bw