Gesetzlich krankenversichert in der Privatpraxis

 

Wir eröffnen hier vorübergehend auf vielfachen Wunsch eine gesonderte - im Hauptmenü versteckte - Seite mit Infos für die häufigen Anfragen zum Verbleib in der privatärztlichen Praxis als gesetzlich versicherter Patient.

 

Primär danken wir herzlichst allen Patienten für ihr langjähriges Vertrauen, die dies jetzt damit untermauern, die Praxis auch unter den neuen Bedingungen nicht verlassen zu wollen.

 

Ganz ehrlicherweise muss man aber gleich zur Einleitung auch davor warnen, sich vorzustellen, dass man mit Leistungen auf Rechnung allein die gesamten Anforderungen an eine medizinische Versorgung abdecken könnte. Auch wenn Sie die Untersuchungen vor Ort in gewohnter Weise aber auf Rechnung in Anspruch nehmen, gibt es doch gravierende Nachteile, die erfordern, ggf parallel eine Versorgung nach dem Sachleistungsprinzip über die Chipkarte beziehen zu können.

 

Ohne Kassenzulassung

  • können keine roten Rezepte zu Lasten der GKV ausgestellt werden
  • können keine Impfungen mit Impfstoffen aus dem GKV-Kühlschrank durchgeführt werden. Privatpatienten mussten schon immer ihre Impfstoffe selbst zahlen und erhalten den Betrag von ihrer Versicherung erstattet. Die pro Dosis bis zu 100 € teuren Impfstoffe wären für GKV-Versicherte eine Zumutung!
  • können keine Krankmeldungen für Betriebe ausgestellt werden, die mit der GKV Ausfallzeiten verrechnen
  • können keine rechtswirksamen Überweisungen ausgestellt werden, falls diese zwingend erforderlich sind
  • können sämtliche andere Formulare der GKV nicht ausgestellt werden
  • verlieren wir, auch ohne dass dies direkt mit der gesetzl. Krankenkasse etwas zu tun hat, ebenfalls die Zulassung zur berufsgenossenschaftlichen Unfallbehandlung (Kindergarten-/ Schulunfälle). Dies gilt vollumfänglich auch für alle Patienten in Privatversicherungen!
  • (verlieren wir letztendlich sogar den Status als akademische Lehrpraxis, da dieser an die Versorgung einer bestimmten Mindest-Patientenzahl gekoppelt ist, die wir weiter erfüllen, jedoch laut Vertragsbedingung der Universität in Klammer Kassenpatienten vorausgesetzt werden.)

Auf weiteren sehr häufigen Wunsch können Sie hier auszugsweise die Preise für privatärztliche Versorgung einsehen, die beispielhaft für die häufigsten Konstellationen in Frage kommen könnten. Es wurde von Patienten angeregt, diese in einer Art "Speisekarte" zu listen, so dass man sich im Vorfeld über die Preise informieren kann. Im Rahmen dieser Gespräche waren wir wirklich schockiert, dass gesetzlich Versicherte Vorstellungen von Arzthonoraren in Höhe von mehreren hundert Euro für einfache Untersuchungen haben, die wir hiermit widerlegen können.

 

Wir müssen deutlich darauf hinweisen, dass die gesetzl. Krankenkassen zu keinerlei Erstattung, auch nicht teilweise, verpflichtet sind, da diese Ihnen die Behandlung über die Chipkarte nach dem Sachleistungsprinzip anbieten. Es besteht jedoch gesetzlich die Möglichkeit seit 2004, auf Antrag bei der GKV auch das Kostenerstattungsprinzip zu wählen. Eine Erstattung der gesamten Kosten findet allerdings auch hier nicht statt. Oft wird im Kleingedruckten trotz Inanspruchnahme einer Privatbehandlung auf Rechnung die zusätzliche kassenärztliche Zulassung des Behandlers verlangt, ohne die jede Erstattung abgelehnt wird. Dies trifft inbesondere auf die zu den gesetzl. Krankenkassen gehörigen eigenen privaten Zusatzversicherungen zu, die eine Differenz zwischen Rechnung und GKV-Erstattung abfangen sollen. Aus diesem Grund wird dringend vor dem Abschluss dieser privaten Zusatzversicherungen für den ambulanten Bereich bei der eigenen Krankenkasse gewarnt. Solche sollten nur bei freien privaten Versicherern abgeschlossen werden und nur unter ausdrücklichem Ausschluß von Klauseln, die eine kassenärztliche Zuslassung des Behandlers voraussetzen. Eine interessante Webseite hierzu ist

https://www.versicherung-online.net/kostenerstattungsprinzip-informationen-140/

 

Weitere Neuigkeiten zu diesem Thema folgen bei Bedarf vorerst hier.